Agile Führung – Kernkompetenzen Teil 3: Präsenz

Agile Führung – Kernkompetenzen Teil 3: Präsenz

Kernkompetenzen Teil 3: Präsenz

In Kernkompetenzen Teil 1 und Teil 2 haben wir uns mit „Mit Widerstand umgehen“, „Perspektive wechseln“ und mit „Persönlichkeitsmerkmale und Selbstreflektion“ beschäftigt.

Eine weitere Kernkompetenz der agilen Führungskraft ist „Präsenz“.

Präsenz:

„Gegenwärtig“ sein bedeutet, sich nicht mit dem Vergangenen beschäftigen oder mit den Gedanken im nächsten Jahr zu sein, sondern sich auf die gegenwärtige Situation einzulassen.

Der Tennisspieler, der nur den Ball sieht, der nicht darüber nachdenkt was ist, wenn er diesen Punkt verliert. Der Kletterer, der sich nur mit dem nächsten Griff beschäftigt und nicht wie weit es noch auf den Gipfel ist. Oder die Führungskraft, die fragt „was ist jetzt“, statt zu überlegen, was sagt xy dazu oder was ist im nächsten Jahr.

 

Als ich letztes Jahr in Patagonien wanderte, traf ich auf einer Hütte eine Gruppe von Kletterern – Anfänger und Fortgeschrittene. Am Abend und am nächsten Morgen fand im Freien eine Yoga-Stunde statt. Der Yoga-Lehrer bereitete die Kletterer auf ihre Übungen und Kletterprojekte vor. Ich machte die Yoga-Stunde mit. Ein Kernsatz begleitet mich seither beim Wandern: „Der Geist ist da, wo der Körper ist.“

 

Gerade wenn man alleine wandert, in Gegenden ohne Handy-Empfang, wo der nächste Wanderer vielleicht am nächsten Tag vorbeikommt – man also keinen Fehler machen darf – kommt es darauf an, den nächsten Schritt bewusst zu machen. Dann braucht man sich keine Gedanken darüber zu machen, ob man am Abend gesund irgendwo ankommen wird (wie das die Menschen tun, die nicht dabei sind).

 

Führungskräfte sind darauf „getrimmt“ nicht in der Gegenwart zu sein, sondern sie beschäftigen sich mit der Zukunft: sie vereinbaren Ziele, sie machen Prognosen, sie planen für nächstes Jahr.

 

„Agile“ Führungskräfte können sich in kritischen Situationen von der Zukunft lösen und in der Gegenwart sein. Das versetzt sie in die Lage, ihre eignen und die Ressourcen ihrer Mitarbeiter zu nutzen und so die bestmögliche Lösung zu finden.

 

Im Lernprozess erfahren die Führungskräfte wie sie ihre Präsenz erreichen und nutzen können, ohne ihre zukunftsorientierten Fähigkeiten aufzugeben. Sie lernen ihren Atem und ihre Wahrnehmungsfähigkeiten bewusst mit ihren intellektuellen Kompetenzen zu verbinden.

 

Die Führungskräfte erleben die Kraft der Präsenz für das Lösen kritischer Situationen.

Die Führungskräfte erleben die Kraft der Präsenz für das Lösen kritischer Situationen.